Wer kümmert sich um die Starken?

Jan 8th, 2010 | By Stephan Schilling | Category: Denkstoß

diestarken

Vielleicht ist schon der Titel dieser Kolumne falsch – und doch ist er auch richtig. Stark und Schwach ist eine Unterscheidung die selten in ihrer ganzen Tiefe richtig ist. Aber es gibt sie. Und sie sind sowohl im Privaten als auch in der Gesellschaft zu finden.

Es gibt sie. Die Menschen, die immer da sind, wenn sie gebraucht werden. Sie sind da für Freunde und für jeden der sie braucht, hören zu und muntern auf. Und das fast immer. Eigentlich sind sie unverzichtbar. Aber eine Frage bleibt: Wer kümmert sich um diese, die für andere da sind?

Die vermeintliche Stärke kann schnell in Schwäche münden. Denn häufig ist es so, wer für andere da ist, redet über seine eigenen Sorgen nur extrem selten – noch seltener als all die anderen. Und irgendwann kommt der Moment, da werden auch die Starken schwach. Aber die Hilfe der Starken wird als so selbstverständlich angesehen, dass kaum jemand darüber nachdenkt, wer eigentlich für die Starken da ist.

Und das gilt nicht nur im Privaten. Viele Menschen engagieren sich. Doch dieses Engagement wird oft als sehr selbstverständlich angesehen. Sie verwenden enorm viel Zeit auf gemeinnützige Aktivitäten der verschiedensten Art. Einige helfen in ihren Kirchengemeinden, andere in ihrem Sportverein und wieder andere bauen ganze Projekte auf. Doch nur allzu selten erhalten sie die Unterstützung, die sie bräuchten.

Dieser Text ist ein Aufruf an uns alle. Wenn die Starken zu Schwachen werden, müssen die Schwachen zu starken werden. Wenn das Engagement der Einzelnen nachlässt, muss das Engagement der Gesellschaft kommen. Und jeder von uns gehört zur Gesellschaft.

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